Aber ich habe doch nichts gesagt!

Ich weiß nicht, wie oft ich (und viele andere Kollegen) dies schon thematisiert haben. Es geht um das Schweigen gegenüber Ermittlungsbehörden soweit man als Beschuldigter vernommen werden soll.

Es kommt dennoch leider immer wieder vor, dass Beschuldigte bei der Polizei Äußerungen tätigen, die sie später bereuen, da eine wirksame Verteidigung damit torpediert wird. Leider ist auch oft nicht bekannt, das „nichts“ auch wirklich „nichts“ heißt, und nicht „ich wars nicht“.

Kommt daher öfter vor: Mandant erklärt in der ersten Besprechung, er habe eine Ladung zur Beschuldigtenvernehmung erhalten. Da sei er hingegangen, er habe aber nichts gesagt (Bei jedem Verteidiger gehen jetzt die Alarmglocken an). Also, er habe halt nichts wesentliches gesagt. Er habe also nur gesagt, dass er da vor Ort gewesen sei. Aber mehr nicht. Also nur noch, dass er es nicht gewesen sein könne, weil er ja………

An dieser Stelle breche ich in der Regel das Gespräch ab und warte auf die Ermittlungsakte, um zu sehen, was denn tatsächlich so geplaudert wurde. Meist erwartet mich in der Akte dann nichts Gutes.

Von daher noch einmal: Der Beschuldigte / Angeklagte einer Straftat darf jederzeit in einem gegen ihn gerichteten Ermittlungs-/Straf-/Bußgeldverfahren schweigen! Er sollte dies aus eigenem Interesse auch dringlichst tun, ganz gleich welche angeblichen Vorzüge einer Aussage die Vernehmungsbeamten anpreisen. Erst nach Akteneinsicht durch einen Strafverteidiger kann entschieden werden, ob es einer Einlassung bedarf oder nicht.

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