Erfolgserlebnis Nebenklage

Der Angeklagte war vom Amtsgericht verurteilt worden wegen gefährlicher Körperverletzung, und zwar zu 2 Jahren auf Bewährung. Das Urteil war äußerst milde und wurde u.a. damit begründet, dass der Angeklagte aus einem Kulturkreis stamme, in welchem er nicht richtig gelernt hätte, dass man familienrechtliche Streitigkeiten nicht mit Fäusten austrägt.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage gingen in Berufung, die Verteidigung auch. Das Landgericht fragte in der Hauptverhandlung nach dem Grund und Ziel der Berufung der Verteidigung. Antwort: Wir sind in Berufung gegangen, weil die andern das auch getan haben.

Ergebnis der Berufung: Aus 2 Jahren mit Bewährung wurden 3 Jahre (natürlich ohne Bewährung).

Jetzt die Entscheidung über die Revision der Verteidigung, die nur mit der allgemeinen Sachrüge begründet wurde. Natürlich wurde die Revision zurückgewiesen. Das Kulturkreisargument hatte schon das Landgericht vom Tisch gefegt. Das Oberlandesgericht brauchte nun nur noch einen 5-Zeiler zur Revisionsverwerfung.

Aus meiner Nebenklagesicht eine gute Entscheidung.

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